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Galileo Bio-Test
Galileo Bio-TestManchmal spült einem der Feed-Reader Sachen an, mit denen man gar nicht rechnet. Beispielsweise wusste ich nicht, dass die Pro7-Sendung Galileo auch einen Video-Podcast anbietet. Dort erschien am 14.10. eine Folge mit dem Titel "Der große Bio-Test [Link entfernt, weil Linkziel leider nicht mehr verfügbar]". Ich vermute mal, das wurde auch schon im TV ausgestrahlt, aber außer bei den Simpsons dürfte Pro7 ein Schattendasein in meinem VDR führen.

Im kurzen Beitrag wird erklärt, was Bio eigentlich ist, woran man es erkennt, wo man es am günstigsten bekommt und welche Waren man in Bio-Qualität kaufen soll. Wer sich mit dem Thema schon etwas beschäftigt hat, wird sich wundern, wie das in knapp 7 Minuten zu schaffen ist.

Ist es auch nicht. So viel Vereinfachungen und Oberflächlichkeiten habe ich lange nicht mehr gesehen. Ich will ja nicht sagen, dass grundsätzlich falsche Informationen enthalten sind, aber etwas sinnentstellt ist es eben doch.

Beispielsweise wird Bio auf 3 Punkte reduziert:
  • Bio verzichtet auf Pestizide
  • Bio verzichtet auf Gentechnik
  • Bio steht für artgerechte Haltung und Aufzucht von Tieren.
Hmmm... naja... wenn das so einfach geht, frage ich mich, warum andere das immer so kompliziert erklären. Ich dachte auch immer, die Ursprünge der Bio-Bewegung liegen unter anderem im Verzicht auf Kunstdünger. Was an diesem so schlimm sein könnte, ist vermutlich nur aufwendig zu beschreiben, also lässt man das besser weg. Wozu sich auch mit den ganzen anderen Details befassen. Lieber stellt man gegenüber, dass 13% der Bio-Produkte pestizidbelatestet sind gegenüber 81% der konventionellen Ware. Das die Belastungen bei den 13% aber meist nur in Spuren vorkommt, vergisst man wieder.

Gentechnik ist dafür wieder ein schönes Schlagwort, deswegen wird das zum Bio-Aushängeschild. Im Film wird so getan, als wäre konventionelles Obst und Gemüse schon lange nur noch manipuliert zu bekommen. Um haltbarer, schöner und größer zu sein, sagt der Sprecher, unterlegt mit Bildern von Obst und Gemüse (Äpfel, Birnen, Trauben, Gurken, Bananen und Zwiebeln). Das bei uns bisher lediglich Produkte von Tieren, die mit gen-veränderten Futter versorgt werden, auf dem Markt sind, wird nicht erwähnt. Das man nicht über gen-manipulierte Hilfsstoffe (Enzyme, ...) und solch komplizierten Dinge sprechen will, sehe ich ja sogar ein.

Über die Bedeutung von "artgerecht" kann man sich auch streiten, die Aussage würde ich jetzt einfach mal so akzeptieren. Das man im Film aber die konventionellen Kühe mit Tiermehl füttert mutet doch etwas seltsam an. Zumindest ein kleiner Hinweis, dass es - zumindest derzeit - verboten ist, wäre doch nicht schlecht gewesen.

Verschiedene Einkaufsmöglichkeiten mit Preisvergleich und der obligatorische Geschmackstest zeigt eigentlich nur die Einfalslosigkeit der Redaktion. Oder verlangt der Zuschauer danach? Das man bei konventioneller Ware künstliche Aromen jetzt auch schon direkt in Tomaten und Erdbeeren vermutet, ist mir neu. Schade das man beim Einkaufs- und Geschmackstest (mit Ausnahme des Käses) wieder nur auf unverarbeitete Produkte eingeht, ich finde das immer etwas lebensfremd. Auch die Empfehlung nur bei Produkten, die oft Pestizid-Höchstgrenzen überschreiten auf das Bio-Siegel zu achten, würde ich so nicht unterstreichen.

Was ich nun von dem Ganzen halten soll, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Der Beitrag lässt Bio nicht schlecht wegkommen und enthält nicht direkt falsche Informationen. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, hinterher weiß man weniger als davor. Ich würde mich freuen, wenn meine Leser sich den Film [Link entfernt, weil Linkziel leider nicht mehr verfügbar] mal ansehen und ihre Meinung in den Kommentaren kund tun.

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Dieser Artikel wurde veröffentlicht am 16.10.2008 um 10:55 Uhr.
Stichworte: tv bio
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