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Nivea und das Paraffin
Ich muss öfter mal über Kosmetik berichten. Mir scheint, als wäre dort schon lange das passiert, was bei der Ernährung noch im Gange ist. Den während es tatsächlich noch viele Menschen gibt, die kochen können, machen nur sehr sehr wenige ihre Kosmetik selbst. Kosmetik selbermachen? Wer bei dem Gedanken auch nur einen Moment gezuckt hat, der sollte genauer darüber nachdenken. Denn selbstverständlich hat der Mensch die notwendigen Produkte zur Pflege auch erstmal selbst hergestellt. Das es heute als ungewöhnlich angesehen wird ist eine Leistung der Industrie. In wenigen Jahren wird es vielleicht genauso ungewöhnlich sein, selber zu kochen.

Dabei ist die Qualität der Industrieprodukte dermaßen fragwürdig, dass es ein Wunder ist, wie man Menschen einreden kann das zu benutzen. Als sicherlich prominentestes Beispiel dient mir die klassische und beliebte Nivea-Creme.

Die Inhaltsstoffe laut Produkt-Homepage:
Aqua, Paraffinum liquidum, Paraffin, Parfum, Panthenol, Citric Acid, Octyldodecanol, Glycerin, Magnesium Sulfate, Magnesium Stearate, Cera Microcristallina, Decyl Oleate, Aluminum Stearate, Benzyl Benzoate, Citronellol, Linalool, Lanolin Alcohol (Eucerit®), Limonene, Geraniol, Cinnamyl Alcohol, Hydroxycitronellal
(Daneben prangert übrigens der Werbespruch: "Was die Haut zum Leben braucht".)

Nun braucht man gar nicht ins Detail zu gehen, die Hauptzutat ist Wasser, dann Paraffin in flüssiger und fester Form. Vom Parfum und den folgenden Zutaten wird vermutlich nicht so viel drin sein, weshalb nur die ersten 3 Zutaten als mengenmäßig relevant gelten dürfen. Zu Aqua (=Wasser) muss man nicht viel sagen, mir geht es aber sowieso nur um das Paraffin. Das ist die Hauptzutat von fast allen Cremes konventioneller Kosmetik, unabhängig vom Preis.

Paraffin ist ein Erdöl-Produkt. Im Gegensatz zu pflanzlichen Ölen wird es nicht von der Haut aufgenommen. Es deckt ab, verstopft die Poren und stört die hauteigene Fettproduktion. Auch der Schutzmantel der Haut wird gestört. Deshalb wirkt eine Paraffin-Basierte Creme immer nur kurzfristig, man muss ständig nachkremen. Es entsteht eine regelrechte Sucht.

Durch die abdeckende Wirkung gibt es tatsächlich Gründe für den Einsatz solcher Cremes. Beispielsweise als Schutzschicht bei Malerarbeiten. Aber als Pflegeprodukt macht das keinen Sinn.

Interessanterweise genießt Nivea trotzdem hohes Ansehen, auch bei Bio-Kunden (siehe Meldung bei naturkost.de [Link entfernt, weil Linkziel leider nicht mehr verfügbar]).
Zeit das zu ändern!

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Dieser Artikel wurde veröffentlicht am 02.06.2008 um 10:35 Uhr.
Stichworte: kosmetik nivea
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Dieser Beitrag stammt vom Autor des Buches "Leben ohne Diät". Lesen Sie die erste Auflage des Buches hier direkt online.

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Bisher 8 Kommentare:
Tom (Purzelpfund.de) sagte am 03.06.2008 um 08:23 Uhr:
Es gab mal in den 80ern und 90ern die Hobbythek mit Jean Pütz,der allerlei Tipps zum Selbermachen von Cremes und Seifen angeboten hat. Die Bücher findet man heute vor allem in Antiquariaten und auf Flohmärkten.
Horst sagte am 03.06.2008 um 08:35 Uhr:
Oder im Bücherregal meiner Frau. 8-)

Das ist die Kosmetikexpertin in der Familie. Wobei Hobbythek eher was für Einsteiger ist und auch viele bedenkliche bzw. unnütze Inhaltsstoffe benutzt. Aber wer Fragen zur Hobbythek hat, dem kann ich das Hobbythekforum meiner Frau empfehlen.

Wobei das Ansehen von Pütz seit seiner Werbung für Gen-Milch ganz schön abgenommen hat.

MJ sagte am 08.06.2008 um 11:44 Uhr:
Also, ich benutze seit über 15 Jahren Nivea-Creme und es ist die einzige, die ich vertrage (sic!).
verwunderter gast sagte am 08.08.2008 um 11:06 Uhr:
ich habe nun schon mehrere verschiedene Webseiten besucht, und finde immer wieder die Aussage: Paraffin ist aus Erdöl gemacht .... und spüre dann, daß ich "ih, wie unnatürlich" denken soll. Ich finde jetzt aber eigentlich Erdöl gar nicht so unnatürlich : immerhin ist es aus unserer Erde ? danach wird es raffiniert und aufbereitet, ist doch toll, dann ist es schön sauber! und ich wünsche eigenltich nicht, daß irgendwelche sachen in meine haut eindringen und warum sollte ich pflanzenölen mit bioaktiven substanzen, die eigentlich dazu gedacht waren, der pflanze zu dienen, gestatten, in meinem Körper etwas zu bewirken? wir reinigen doch auch unser wasser, statt es aus dem tümpel zu trinken, wo die ganzen biologischen stoffe drin sind, die dann mit unserem körper interagieren.... irgendwie ist das doch inkonsequent, oder?
Andi sagte am 08.08.2008 um 12:02 Uhr:
Lieber Verwunderter Gast.

Interessante Argumentation,
so betrachtet ist somit alles natürlich, weil ja jegliche chemischen Verbindungen von 'Rohstoffen stammen, die auf unserer Erde vorhanden sind.
Demnach müsste ja auch Uran und dessen Endprodukte gesund und rein sein oder sämtliche Produkte der chemischen Industrie.
Also müsste man definieren, wie rein, "Rein" ist. sind damit Erdpartikel gemeint, oder Stoffe, die potentiell schädlich sind, wie z.b. Atomstrahlen,
die ja nicht einmal sichtbar sind?

Pflanzliche Stoffe, und da kommt es auch wieder auf die Sorte drauf an, sind z.b. in unseren Lebensmitteln, weil ohne Nahrung leben wir auch nicht
lange und gesund. Natürlich bietet auch das Pflanzen- und Tierreich Gifte, aber das meiste ich doch ganz gut "erprobt" und Erfahrungswerte sind vorhanden..

Paraffinhaltige Cremes sind in erster Linie gesund für die Industrie, die sie herstellt , weil sie lange haltbar, standardisiert und stabil sind - und vor allem sind
sie eines: billig in der Herstellung und gut für die Bilanz, weil sie oft sehr überteuert verkauft werden ( die sündhaft teuren Cremes der großen Modehersteller, die in Parfümerien oft für 50 und mehr Euro p. 50ml Tiegel über den Tisch gehen.
Paraffin an sich ist nicht schädlich, aber auch nicht optimal. wenn es Dir taugt, ist das o.k., und wenn dich die anderen chemischen Substanzen/Düfte
nicht stören, stirbt man auch nicht gleich daran. Aber wenn man sich wirklich was Gutes auf die Haut geben will, ist nicht nur weniger mehr (ich verwende
momentan nur ein Öltropfen Pflanzenöl), sondern Naturkosmetik erste Wahl. Aber die Chemische Industrie will ja schliesslich auch leben und die Werbung
hat gute Arbeit geleistet, wie man bei den Mensch sieht - nicht nur bei Kosmetik, auch in allen anderen Lebensbereichen.
.
Hoffe dass ich Deine Verwunderung etwas mildern kann.
Horst sagte am 09.08.2008 um 11:23 Uhr:
@verwunderter gast: Ich stimme Dir zu, dass nicht alles was natürlich ist, auch gut ist. Ebenso kann man Erdöl als natürlich betrachten. Paraffin aber nicht, den es ist ein stark verarbeitetes Produkt.
Wobei das alles doch keine Rolle spielt. Paraffin ist schlicht und einfach schlecht für die Haut. Egal was es sonst ist.
verwunderter gast nochmal sagte am 11.08.2008 um 20:28 Uhr:
ja eventuell sollte man sich mal überlegen, einen Kosmetik-Entzug zu machen, weil es die Natur vielleicht gar nicht vorgesehen hat, daß wir uns irgendwas (fettiges) auf die Haut tun (außer vielleicht Schlamm ab und zu).
Ich bin außerdem sehr argwöhnisch den Inhaltsstoffen gegenüber, die meine Haut verjüngen sollen oder sonstwie den Stoffwechsel anregen. Wo gibts denn mal einen kritischen Artikel über Q10 oder so? Wenn ich nun meinen Zellstoffwechsel beschleunige, wird dann die Haut nicht auch schneller alt? Die Haut durch vernünftige Ernährung von innen heraus zu pflegen scheint mir dann doch die beste Lösung zu sein. Die Menschen sind ja auch schon so beeinflusst, daß die meisten sich wahrscheinlich gar nicht vorstellen können, ohne Creme zu leben. Leider zwingen einen die Umwelteinflüsse auch manchmal dazu.
Davon abgesehen, *lach*, bin ich auch auf alles allergisch und vertrage wenn dann auch nur nivea. verschwörung?
Webnews.de trackbackte am 05.06.2008 um 15:45 Uhr:
Nivea und das Paraffin
Konventionelle Kosmetik arbeitet sehr oft mit Paraffin. Dabei ist das Erdölprodukt nicht zur Haut-P


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