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Schmauen: Abnehmen durch kauen
Schmauen Buchcover Schon lange hatte ich das Thema "Schmauen" auf meiner Liste. In einer aktuellen Pressemeldung, die ich bei GesundheitPro.de [Link entfernt, weil Linkziel leider nicht mehr verfügbar] gefunden habe, spricht Priv.-Doz. Dr. med. habil. Wilfried P. Bieger von den positiven Auswirkungen des Schmauens auf den Blutzuckerspiegel. Das nehme ich nun mal zum Anlass für einen Artikel.

Grob gesagt geht es beim Schmauen um bewusstes Kauen. Das Wort setzt sich zusammen aus schmecken und kauen. Der Schauspieler Jürgen Schilling hat bereits 1999 ein Buch mit dem Titel "Kau dich gesund!"(Amazon-Affiliate-Link) geschrieben, in dem die Methode vorgestellt wird. Er hat angeblich zahlreiche Gesundheitsprobleme durch das Schmauen gelöst und nebenbei noch 25 kg abgenommen. Das Buch kommt bei Amazon (Affiliate-Link) nicht so gut weg, weil es wohl etwas langatmig geschrieben ist.

Die grundsätzliche Idee dahinter, finde ich durchaus interessant. Zuerst mal klingt es ja nach einer Sensation. Abnehmen einfach durch Kauen? Süssigkeiten machen nicht dick, wenn man sie nur lang genug schmeckt? Mir kommen da sofort Gedanken an eine neue Wunderdiät, die niemals halten kann, was versprochen wird.

Allerdings fallen mir ein paar gute Gründe ein, warum das tatsächlich funktionieren könnte:
  • Erstmal dürften beim langen Kauen etliche der chemischen Tricks der Nahrungsmittel-Industrie nicht mehr funktionieren. D. h. chemisch aufgebessertes Zeug schmeckt einfach nicht mehr, man greift automatisch lieber zum ehrlichen Naturprodukt.

  • Wie zu Beginn in der Pressemeldung erwähnt, wirkt sich das Schmauen auf den Blutzuckerspiegel und damit auf die Insulin-Produktion aus. Das klingt ja ganz nach Glyx-Diät. Wie aber bereits im Artikel "Die Last mit dem Glykämischen-Index" bemerkt, ist eben der Anstieg des Blutzuckerspiegels von Mensch zu Mensch und Situation zu Situation sehr unterschiedlich. Vielleicht sind unterschiedliche Kau-Gewohnheiten ein möglicher Grund.

  • Speichel ist durchaus eine mächtige Waffe der Evolution. Im Artikel "Warum regionale Ernährung besser ist" weise ich auf genetische Unterschiede zwischen verschiedenen, regional angepassten Völkern hin. Dabei ging es in der dortigen Untersuchung um ein Enzym im Speichel, das in der Lage ist Stärke im Mund aufzuspalten um sie besonders effektiv zu verwerten.
    Hat Speichel nicht was mit kauen zu tun? Und ist Stärke nicht Kohlenhydrate?

Interessant, oder?

Ich kenne weder das Buch, noch habe ich die Methode ausprobiert. Nur dadurch 25 kg abzunehmen halte ich für unwahrscheinlich. Aber ich halte einen positiven Effekt für durchaus wahrscheinlich. Hat schon jemand Erfahrungen damit und möchte ein wenig Feedback geben?
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Dieser Artikel wurde veröffentlicht am 10.11.2007 um 16:28 Uhr.
Stichworte: schmauen diät abnehmen kauen blutzucker glyx
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Wussten Sie schon, dass bereits Kleinkinder direkt nach dem Stillen ihre Nahrung perfekt selbst auswählen können?
Mehr dazu im Kapitel Über den Appetit.
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Bisher 6 Kommentare:
Susanne Hagedorn sagte am 10.11.2007 um 19:30 Uhr:
Dieser Ansatz ist nicht neu, obwohl ich nicht glauben kann, dass man dadurch 25 kg abnehmen kann. Uns wurde in der Ausbildung schon eingebleut, dass man dem gesamten Verdauungstrakt viel Arbeit abnimmt, wenn nur gut genug gekaut wird, denn diie Verdauung beginnt im Mund, speziell die Kohlenhydratverdauung. Dazu haben wir dann auch ein Experiment starten müssen und zwar ein Stück Mischbrot so lange wie eben möglich kauen. Zum Einen ist das sehr anstrengend, da man immer in Versuchung gerär, zu schlucken, aber nach einiger Zeit hat man einen sehr süßen Geschmack im Mund.
Und es heißt ja nicht umsonst: "Gut gekaut ist halb verdaut."
Srowig sagte am 11.11.2007 um 22:38 Uhr:
Dass es heißt - wer gut kaut hat ein lang Anhaltendes Sättigung Gefühl ist mir bekannt. Aber mit nur sehr gutem und langem Kauen auch viel Gewicht zu reduzieren - ich weiß ja nicht.

Mit der Ernährungsumstellung und sportlicher Ertüchtigung gebe ich mich zufrieden, mein Gewicht zu reduzieren. Ich kann es mir aber beim besten Willen nicht vorstellen nur durch das Kauen auch gut 25 Kilogramm abzunehmen.

Oder durch andere Ernährung mein Gewicht zu verringern, dass das funktioniert, ist mir bekannt und alles nur eine Frage der Zeit und seiner eigenen Einstellung dazu. Und trotzdem Süßigkeiten wie immer essen zu können, das glaube ich nicht so ganz.

Ich werde das intensive Kauen einige Wochen ausprobieren, um zu sehen, ob es beim Gewichtsverlust irgendwelche Änderungen gibt.
Horst sagte am 12.11.2007 um 10:26 Uhr:
Dann bitte ich um Rückmeldung nach Abschluss des Tests. 8-)

Ich bin mächtig gespannt, ob es was gebracht hat. Ändert sich die Auswahl der Speisen? Schmecken einige Sachen dann nicht mehr, andere besser? Ist es schwer das durchzuhalten? Bringt es einen Lust-Gewinn oder nervt es eher?
gluecks-diaet sagte am 12.11.2007 um 14:49 Uhr:
Ich habe es auch probiert, und mich hat es einfach nur genervt. Wenn man wirklich so lange kauen möchte, wie es beim "schmauen" verlangt wird, sollte man sich entweder Urlaub nehmen, oder man nimmt von alleine ab, weil man es zeitlich nicht schafft, viel zu essen.
Eine Woche habe ich durchgehalten, dann habe ich wieder normal gekaut (und das halte ich trotzdem noch für gut gekaut, ich bin eigentlich kein "Schlingschwein").
Dr.med.dent. Udo Reimann -Diamond-Dental-Clinic- sagte am 30.01.2009 um 12:53 Uhr:
Warum ein gesundes Kausystem so wichtig ist

Zaehne beissen unsere Nahrung ab und zerkleinern Sie, sofern Sie vollstaendig vorhanden sind und ihre Verzahnung stimmt. Kauen foerdert die Nahrungsoberflaeche und zusammen mit dem Einspeicheln foerdert es das Einleiten der Kohlehydratverdauung und bereitet die Eiweissverdauung vor, die durch die beiden Enzyme Ptyalin und Alpha-Amylase bewerkstelligt werden koennen.

Wird das Essen in Brocken verschlungen und nicht ausreichend zerkleinert, so wird die erste Stufe der Vorverdauung uebergangen. Die Kohlehydrate koennen im weiteren Verlauf nicht mehr ordnungsgemaess verdaut warden. Die Folge ist, dass sie spaetestens im Darm anfangen zu gaeren und minderwertige Fuselalkohole produzieren. Das fuehrt zu einem erhoehten Blutalkoholspiegel und damit zu chronischer Leberueberlastung, da die Leber ja staendig Alkohol abbauen muss. Die Folge davon sind ueberhoehte Cholesterinwerte und auch chronische Muedigkeit, mangelnde geistige Frische, vermehrte Darmpilze und anderes mehr.

Gruendliches Kauen bewirkt also, wie bereits erwaehnt, dass die Oberflaeche der Nahrung um ein Vielfaches vergroessert wird. Somit koennen die Verdauungssaefte im Magen und Duenndarm viel besser auf die Nahrung einwirken. Der Magensaft dringt naemlich lediglich ein bis zwei Millimeter in die Nahrung ein, so dass unvollstaendig zersetzte Nahrungsbroeckchen in den Darm geschoben werden, was dann den Koerper mit moeglichen Blaehungen, Verdauungsproblem und Faeulnisgiften weiter belastet. Diese vergiften den Darmtrakt und koennen zu den unterschiedlichsten Symptomen wie z.B. Mundgeruch, Sodbrennen, Depression, Haarausfall und Herzrhythmusstoerungen fuehren, um nur einige zu nennen. Auch Nahrungsmittelallergien nehmen so haeufig ihren Anfang.

Und interessant fuer "angehende" Diabetiker: durch eine bewusste und genuessliche Essweise geben wir dem Koerper die Chance, das Saettigungsgefuehl schon nach einer kleineren Menge Nahrung auszusenden, was die Insulinausschuettung reduziert und zu einer deutlichen Entlastung der Bauchspeicheldruese fuehrt.

Nun koennte man vielleicht einwenden, dass diese Erkenntnisse ein alter Hut sind, denn bekanntlich kam ein Spruch wie "Gut gekaut ist halb verdaut" schon ueber die Lippen unserer Grosseltern. Doch Hand aufs Herz: Wer haelt sich daran?

Deshalb kann ich das Buch ueber Juergen Schillings "Schmauschule" wirklich jedem empfehlen, dessen Kauwerkzeuge noch in Ordnung sind, ansonsten: ab zum Zahndoc und richten lassen.

Es gruesst Sie herzlich

Dr.med.dent. Udo Reimann -Diamond-Dental-Clinic-
Wunschgewicht mit Fressnet-Diät trackbackte am 13.11.2007 um 21:22 Uhr:
Ratschläge, die Da-Vinci-Diät und weitere Diätbücher
Bestimmt zwei laufende Regalmeter mit Diätbüchern besitze sie - nicht alle habe sie gelesen, aber doch einige, aber besonders bei den Rezeptbüchern nicht alles, eigentlich nur wenig, ausprobiert.
So berichtete eine Gruppenteilnehmerin neulich, und s...


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