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Das PDF und die Waschmaschine
Über Reto [Linkziel leider nicht mehr verfügbar] bin ich auf diesen Podcast [Link entfernt, weil Linkziel leider nicht mehr verfügbar] gestoßen. Dort behauptet Siegfried Behrendt, Experte für klimafreundliche Informationstechnik (IZT - Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung, Berlin), der Download des Tagesspiegels als PDF benötigt soviel Strom wie eine Waschmaschine für eine Ladung Wäsche. Leider werden keine genaueren Angaben gemacht, also fing ich an zu rechnen.

Das PDF soll einer Ausgabe des Tagesspiegels entsprechen. Nun könnte man jede Seite hochauflösend einscannen und so ein PDF in der Größe einer CD erzeugen. Man kann auch nur den Text nehmen und kommt auf wenige Kilobyte. Ich würde jetzt mal eine vernünftige Mischung aus Text mit wenigen Graustufen-Bildern in niedriger Auflösung ansetzen. So wie bei einer Zeitung eben üblich. Ich denke 1 MB als Dateigröße für das fertige PDF sind dafür schon recht reichlich angesetzt.

Im Podcast ging es hauptsächlich um den Stromverbrauch der Server. Der macht bereits ca. ein Drittel der Kosten aus. Also nehme ich jetzt mal einen eigenen, gemieteten Server. Durchaus was vernünftiges um die 200 Euro im Monat. So 100 GB Transfer sind da schon drin, bei Billig-Anbietern bekommt man auch das Vielfache zum Bruchteil der Kosten. In den 100 GB könnte das PDF also 100.000 mal abgerufen werden. Von der Leistung her, schafft das der Server locker, es wäre mindestens das 100fache drin. Nun rechnen wir großzügig mit der Hälfte der Serverkosten für Strom. Also 100 Euro für 100.000 Abrufe. Macht 0,001 Euro pro Abruf.

Nun kommen wir zur Waschmaschine. Nun habe ich kurz gegoogelt und eine Tabelle der Uni Klagenfurt gefunden. Dort wird der Stromverbrauch mit einer Kilowattstunde nach Herstellerangabe gelistet. Das ist schon ganz realistisch, gehen wir doch besser nach der Energieeffizienzklasse. Klasse A bedeutet dort einen Verbrauch von weniger als 0,19 kWh pro kg. Bei einer kleinen Maschine mit 4 kg sind das 0,76 kWh. Es gibt aber auch schon Klasse A++. Nachdem wir also nicht genau wissen, wovon die Rede ist, setzen wir einfach nur 0,5 kWh an. Das ist also eher wenig.

Nun haben wir also eine halbe kWh gegenüber 0,001 Euro Serverkosten. Also 0,002 Euro für die Kilowattstunde. Das ist aber günstig. Nun glaube ich zwar nicht, dass der Serveranbeiter soviel zahlt wie der kleine Normalstromverbraucher. Das wäre mit ca. 20 Cent das Hundertfache. Aber selbst als Großabnehmer wird er den Strom nicht so günstig bekommen. Bei den 100.000 Abrufen/Waschmaschinenladungen braucht er 50.000 kWh. Wenn er das mit 100 Euro bezahlen soll, wären das eben nur 0,2 Cent (0,002 Euro) pro kWh.

Das haut irgendwie nicht hin. Nun kenne ich nicht was für ein PDF und was für eine Waschmaschine angesetzt wurde. Natürlich kann man ein 100 MB-PDF jedesmal vom Server neu erzeugen lassen. Und man kann eine batteriebetriebene Spielzeug-Waschmaschine ansetzen. Aber ehrlich ist das nicht. Ich will auch nicht unterstellen, dass die Rechnung von Herrn Behrendt bewusst manipuliert ist. Aber ohne weitere Details ist die Aussage einfach nutzlos. Oder habe ich irgendwo was übersehen?
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Dieser Artikel wurde veröffentlicht am 24.03.2008 um 14:46 Uhr.
Stichworte: strom verbrauch waschen pdf nachhaltig
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Bisher 6 Kommentare:
Tom sagte am 24.03.2008 um 16:32 Uhr:
Vielleicht hast Du da was falsch verstanden... Das Erzeugen eines PDFs mit einer Waschmaschine verschlingt mehr Energie, als das Waschen einer Ladung Buntwäsche mit einem Server.... oder so....?!?!? ;-)
Stephan sagte am 24.03.2008 um 18:58 Uhr:
Ein Server reicht nicht. Du hast mindestens 4. Einen redundanten Webserver und ein redundanten Storage. Es sei denn, du machst ne Hobbyzeitung, wo Ausfallsicherheit nicht so wichtig ist.

Die 4 brauchen nicht nur Strom, sondern auch Kälte.

Die Zeit als E-Paper ist ungefähr 170 MB groß. Die Werbung ist dort der größte MB-Fresser.

Und zum Lesen brauchst du auch noch Strom. Da kommt man Hunderstel ins Tausendtel.
Horst sagte am 24.03.2008 um 20:11 Uhr:
Danke Stephan. Das wären genau die Informationen die mir fehlen. Mit wievielen Downloads, welcher Dateigröße und wievielen Servern hat man gerechnet?

Prinzipiell sind solche Informationen hochspannend. Auch das Runterbrechen auf eine Sprache die Jeder versteht ist nicht schlecht. Ich habe mich nur geärgert, weil die Aussage "einfach so" ziemlich nutzlos für mich ist. Wäre es etwas wie "der Download einer 500 MB Datei über redundante Hochverfügbarkeitsserver entspricht einem Waschgang einer A++ Waschmaschine" wäre es schon besser. Ich hoffe Du verstehst was ich meine.
Klaus-Peter sagte am 24.03.2008 um 22:23 Uhr:
Der Waschmaschinenvergleich kann gar nicht stimmen, um die Zeitung herunterzuladen, braucht es keine ganze Stunde, und 500 Watt pro Stunde werden dabei bestimmt nicht verbraten.
Trotzdem ist im Kern einiges richtig, nämlich, dass die Kühlung unnötig Energie verbraucht.
Unter http://www.wassercomputer.de/
- man muss sich ein bisschen weiter durchwursteln - gibt es ein paar nette Ideen, wie auch bei großen Anlagen die Abwärme günstig "unschädlich" gemacht bzw. genutzt werden kann.
Stephan sagte am 26.03.2008 um 10:23 Uhr:
Ist das dein Gefühl Klaus-Peter oder wirklich Wissen auf dem deine Aussage gründet?

Ansonsten kann man ja mal eine Papierzeitung durchrechnen. Vom Baum über die Papierfabrik bis zum Recyclingwerk. Da wird sicher auch eine ganze Ecke Energie dran hängen. Man sollte auch nicht vergessen, dass die Herstellung eines Blattes Papier hundert mal soviel Wasser verbraucht, wie das Blatt am Ende wiegt.

Würden wir Energie nachhaltig zur Verfügung stellen, wäre uns das schnurzegal. So müssen wir aber die komplexesten Dinge durchrechnen, um überhaupt entscheiden zu können.

Vielleicht steckt in der heutigen Komplexität auch der Wunsch nach Einfachheit von früher. Damals, als das Zeitungspapier noch aus dem Wald von nebenan und die Energie für die Papierfabrik noch aus dem Bach geholt wurde.
Georg sagte am 30.03.2008 um 20:01 Uhr:
Naja, eins habt ihr dabei auch noch vergessen, was in dem Podcast auch erwähnt wird... Das gesamte Internet. Jeder Router, jedes Modem, alle Komponenten, die für den Transport verantwortlich sind. Auch Dein eigener Monitor und der sonstige Energieverbrauch der Rechenzentren.
OK, das ist eine Milchmädchenrechnung, denn die Sachen laufen ja so oder so. Aber interessant finde ich eine solche Rechnung schon.
In einem Punkt haben die im Podcast schon Recht. In den Rechenzentren könnte einiges an Energiekosten eingespart werden...

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