7.3. Guten und gesunden Appetit

Mein Erfolg in einem Jahr: 10 Löcher wurde der Gürtel enger geschnallt.
Aber was versuche ich Ihnen das lang zu erzählen?! Probieren Sie es aus! Und ich denke, es ist nicht so viel Aufwand, einfach mal für vier Wochen im Bio-Laden einzukaufen. Zumindest im Vergleich zu mancher Diät stellt das nur eine kleine Hürde dar. Danach werden Sie wahrscheinlich nicht mehr darauf verzichten wollen.
Eine Diät bekämpft nur die Symptome von Übergewicht. Ein gesunder Appetit dagegen die Ursache. Sie haben ein Recht auf ein Leben ohne Diät. Mir ist auch vollkommen klar, dass viele mich für verrückt erklären, wenn ich Ihnen erzähle, dass Bio schlank macht. Witzigerweise bekomme ich aber auch viel Zustimmung von Leuten, die sich bereits zum Großteil biologisch ernähren – obwohl die meistens gar nicht dick sind. Sie werden bestimmt auch Menschen treffen, die Ihnen erzählen, sie hätten stark abgenommen, aber dazu eben nicht nur ihre Ernährung umgestellt, sondern auch mit Sport begonnen. Oder sie hätten zusätzlich andere Dinge getan, die allgemein als gesund gelten. Es passiert relativ häufig, dass Leute ihr Leben komplett umkrempeln und der Umstieg auf Bio-Ernährung dann ein Schritt von mehreren ist. Daher ist es dann auch schwierig zu sagen, woraus die Gewichtsabnahme resultiert.
Bei mir jedoch kann ich es genauer beurteilen. Ich habe bereits eineinhalb Jahre im Fitnessstudio trainiert, bevor mir die biologische Ernährung letztendlich eine Gewichtsabnahme brachte. Davon habe ich im ersten Jahr sogar recht intensiv, nämlich alle drei Tage zwei Stunden lang trainiert. Die Gewichtsabnahme war gleich null, obwohl ich krampfhaft versuchte, mich in jeder Form beim Essen einzuschränken. Dann wurde meine Tochter geboren, und meine freie Zeit war noch stärker beschränkt. Es reicht seitdem nur noch einmal die Woche für ca. 1,5 Stunden Fitnesstraining. Das gönne ich mir aber als Notprogramm, weil ich beruflich und auch privat sonst kaum Bewegung habe.
Nach neueren Forschungsergebnissen macht viel Fernsehen deswegen dick, weil man dabei weniger „zappelt“, als wenn man nicht fernsieht. Damit sind kleine unbewusste Bewegungen gemeint, die jeder ständig ausführt. Man spricht dabei von nonexercise activity thermogenesis (NEAT), und bis zu einem Drittel (!) der verbrauchten Kalorien gehen darauf zurück. Was wäre nun, wenn irgendeine der zugesetzten chemischen Stoffe solche Bewegungen drosselt? Oder es gäbe in biologisch gewachsenem Gemüse irgendwelche noch unbekannten Stoffe, die genau diesen Kalorienverbrauch fördern? Solche Zusammenhänge sind wissenschaftlich höchst schwer zu bestimmen. Ich fühle mich jedenfalls insgesamt lebendiger und wacher und halte solche Überlegungen deshalb für durchaus plausibel.
Im Laufe der Zeit bemerkte ich immer mehr die Unterschiede zwischen den konventionellen und den Bio-Lebensmitteln. Die Studie im Kloster bestätigte dann zusätzlich meine Eindrücke. Daher glaube ich, dass es zwar schon ein Anfang ist, auf Zusatzstoffe zu verzichten. Dennoch sollten optimalerweise die Grundstoffe für die Nahrung eben auch aus Bio-Anbau stammen.
Falls es Sie interessiert, was aus der Neurodermitis meines Sohnes geworden ist – die verschwand nach sechs Monaten Bio-Ernährung wieder. Ob das nun an der Ernährung lag oder nicht, vermag ich nicht zu sagen, aber in Anbetracht dessen, was ich mittlerweile über Ernährung weiß, werde ich ihm und auch meiner restlichen Familie so oder so keine konventionelle Kost mehr vorsetzen.
Ich wünsche Ihnen in Zukunft nicht nur einen guten, sondern vor allem einen gesunden Appetit.
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