6.2. Abnehmtipps
„Essen ist wie eine Sucht. Nur eine, mit der man nicht einfach ganz aufhören kann.“ Wer das bisher geglaubt hat, dem hilft die Bio-Ernährung. Das ständige Verlangen nach Essen, den Heißhunger aus Stress, aus Kummer oder anderen Gelegenheiten kenne ich genau. Das ist wie bei einer Abhängigkeit, und daher fällt es auch so schwer, sich zu bremsen.
Genau hier setzt die Bio-Nahrung an. Essen wird wieder normal, und man isst wieder nur dann, wenn man Hunger hat, nicht mehr immerzu. Statt ständigem Verlangen nach Essen hat man nur noch Hunger, wenn der Körper einen echten Bedarf danach hat. So fällt es eben plötzlich leicht abzunehmen, obwohl es vorher fast unmöglich schien.
Das bedeutet aber nicht, dass man garantiert abnimmt, egal wie viel man isst. Man kann auch essen, wenn man keinen Hunger hat. Wenn man das immer macht, wird es einfach zu viel. Aber das merkt man auch deutlich, und mir fällt es mittlerweile schon schwerer, zu viel zu essen, als einmal eine Mahlzeit ausfallen zu lassen.
Man sollte einfach nur wieder auf seinen Hunger hören. In diesem Kapitel will ich Ihnen ein paar kleine Tipps geben, wie Ihnen das noch leichter fällt.
Ähnlich geht es mir abends. Wenn das Mittagessen recht üppig war, habe ich nicht so schnell wieder Hunger. Wird es dann aber zu spät, verliere ich die Lust, mir etwas zu machen. Also sind auch hier ein paar Snacks im Kühlschrank eine gute Wahl. Bei mir sind das bevorzugt Wurst, Schinken oder Käse. Dazu greife ich dann direkt und ohne Beilagen wie Brot. Besonders Würstchen sind sehr praktisch, die nimmt man einfach in die Hand und braucht nicht mal ein Messer. Bei mir sind immer Pfeffer-, Paprika- oder Rinderbeißer (Mini-Salami) auf Vorrat vorhanden. Die halten sich auch problemlos länger und sind ein idealer Snack.
Überhaupt sollte man sich nicht scheuen, einfach das zu essen, auf das man Lust hat. Also beispielsweise die Wurst direkt und nicht unbedingt ein Wurstbrot. Oder umgekehrt das Brot ohne Wurst oder nur mit ein wenig Olivenöl, wenn einem danach ist. Leider wird einem dieses Verhalten meist in der Kindheit schon ausgetrieben. So erinnere ich mich noch, dass ich das Schnitzel nur wegen der Panade und die Pommes frites nur wegen des Ketchups gegessen habe. Gerade bei Ketchup fällt es mir bei meinen Kindern immer wieder auf. Das mögen sie so gerne, dass sie es am liebsten löffeln würden. Man kann ihnen anbieten, was man will – Kartoffeln, Nudeln, Brot –, solange es „mit Ketchup“ ist, wird es akzeptiert. Nur warum dann nicht gleich einfach nur Ketchup? Nun gut, bei Kindern muss man aufpassen. Diese sind unheimlich anfällig für alles Süße. Aber ich hatte an anderer Stelle bereits erwähnt, dass es Bio-Ketchup ohne Zucker gibt. Und erfahrungsgemäß sind sie dann auch schnell zufrieden. Aber das ist hier kein Buch über richtige Ernährung für Kinder. Laut Clara Davis’ Studie können diese zwar perfekt ihre Nahrung auswählen, aber Kinder lassen sich durch Zuckerzusatz leicht verführen. Hier hat man als Eltern also sehr wohl eine Verantwortung.
Vergessen Sie auch nicht, dass Getränke durchaus reichlich Energie in Form von Kalorien enthalten können. Akzeptieren Sie es, wenn der Hunger nicht so groß ist und sie statt des Bieres zum Essen nur das Bier und kein Essen brauchen, um satt zu sein. Wundern Sie sich auch nicht, wenn Ihre Kinder zum Frühstück nur einen Kakao wollen und dazu nichts mehr essen können.
Überhaupt sollten Sie sich von Zwängen frei machen. Jeder kennt den Spruch: Frühstücken wie ein Kaiser, Mittagessen wie ein König und Abendessen wie ein Bauer. Alternativ gibt es diese Volksweisheit auch mit anderen Beteiligten, aber immer mit dem Sinn, möglichst viel zu frühstücken, weniger zu Mittag zu essen und das Abendessen möglichst knapp ausfallen zu lassen. Mag auch sein, dass es früher durchaus Sinn hatte, wenn man tagsüber körperlich hart gearbeitet hat. Aber heute darf man sich das nicht mehr zu Herzen nehmen. Ich persönlich habe festgestellt, dass ich am leichtesten abnehme, wenn ich das Frühstück ausfallen lasse. Habe ich abends genug gegessen, habe ich morgens einfach nicht sofort Hunger. Trinke ich dann noch eine Tasse Kaffee, ist der Appetit bis mittags einfach weg. Dieses Verhalten wirkt sich bei mir verblüffend auf die Waage aus, mein Gewicht geht langsam, aber stetig bergab – und zwar schneller, als wenn ich das Abendessen ausfallen lasse.
Das soll aber nicht bedeuten, dass Sie nun auch nichts frühstücken sollen. Sie sollen einfach auf Ihren Appetit hören, der sagt Ihnen schon, was Sie wann brauchen.

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| 6.1. Das Wichtigste kompakt | 6.3. Nebeneffekte | |||
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